Marktstudie Vorarlberger Holzbau
Die Marktstudie des Vorarlberger Holzbaus wird zeitgerecht zur Vollversammlung 2007 fertiggestellt. Das Ergebnis gleicht einer Erfolgsgeschichte und zeichnet ein positives Bild für die Zukunft. Eine Übersicht der Ergebnisse aus der nena-Studie:
Marktstudie Vorarlberger Grundlage
Auswertung auf Basis einer repräsentativen Umfrage und statistisch relevant umgelegt auf derzeit 84 aktive Betriebe im Land
Entwicklung Branchenumsatz
2006 137 500 000 + 240% seit 1997!
2001 105 000 000
1997 57 000 000
Geografische Auftragsabwicklung/Export im Holzbau-Handwerk
54% im Standortbezirk
33% in Vorarlberg
13% oder EURO 17 875 000.- (ohne den Industriebetrieb Kaufmann Reuthe)
außerhalb von Vorarlberg mit den Märkten Südtirol/Italien, Schweiz. Deutschland, England und Frankreich.
Das
bedeutet de facto – dass die handwerklichen Holzbaubetriebe trotz der
internationalen Konjunkturschwächen der letzten Jahre Ihre Exportstärke
halten konnten.
Mitarbeiter 2006
Angestellte, Arbeiter, Leasing, Hilfskräfte der gesamt 1200
Lehrlinge: gesamt ca. 140
Auftraggeberstruktur
60% Privat: Nachwievor stark im EFH-Sektor, leichte Zuwächse im Mehrgeschossbau
27% Gewerblich: leichte Steigerungen im Hallenbau und bei Bürogebäuden
13% Öffentliche: starke Steigerungen bei Kindergärten, Schulen, Gemeindeämtern
mit heimischem Holz
Die wichtigsten innerbetrieblichen Veränderungen in den letzten 5 Jahren
Optimierung der Vorfertigung, Trend zu Massivholzbauweisen,
Passivhaus in Holz, neue Dämmtechnologien, Modernisierung der
Maschinenparks, Optimierung der internen Abläufe;
Umsatzerwartung
Für die Jahre 2007/2008/2009 erwarten 43% der Holzbaubetriebe Umsatzsteigerungen von jeweils
5- 8% pro Jahr (Passivhausbau, Mehrgeschosser, Sanierung/Erweiterung, Export)
43%
der Holzbaubetriebe rechnen mit dem Verbleib auf dem –international
gesehen –sehr hohem Niveau. Vorarlberg hat weltweit die größte Dichte
an hochqualifizierten kleinen Zimmereien bzw. Holzbaubetrieben.
Baustoffeinsatz
85% der Betriebe erwarten eine starke Steigerung des Baustoffes Holz im Gebäudebau
Geplante Investitionen der Holzbaubetriebe in den nächsten 3 Jahren
Aus und Weiterbildung ca. 1.900.000.-
Maschinen/Fuhrpark ca. 5.500.000.-
Gebäudebestand ca. 1.000.000.- (Bedarf weitgehend gedeckt)
Große Chancen für den Holzbau
- CO2-Diskussion – Regionales Holz, kurze Transportwege, Gebäude wird Energielieferant.
- Passivhausbau, Sanierung/Erweiterung, Mehrgeschosser
- Baubiologie und Bauökologie werden wichtiger
- Der „Holzbaumeister“ als GU bzw. Komplettanbieter
- Verstärkte Kooperationen mit Holzbaubetrieben, Architekten und anderen Baubranchen
- Hohe Handwerkqualität der Vorarlberger Holzbaumeister
- Hohes Interesse und hohe Qualität der Vorarlberger Architekten
- Urbanes Bauen mit Holz, Neue Technologien bei Holzbrücken,
- Für 2008 ist eine gezielte Exportsteigerung geplant
Große Herausforderungen
- Qualität weiter steigern, Ausbildung forcieren,
- Kosten im Bezug auf Materialverteuerung in den Griff bekommen
- Stärkung der Zusammenarbeit innerhalb der Branche
- Als Alternative zu den vielen importierten Fertighäusern gesehen zu werden
- Interesse der Vorarlberger Bauherren für mehr regionales Holz als Baustoff wecken
- Holzbau im Bereich Sanierung/Erweiterung noch stärker positionieren.
- Das Klima für Holzbau ist in Vorarlberg besonders gut. Vorbilder sind die privaten Bauherren und die kleineren Gemeinden. In den Städten ist noch große Zurückhaltung spürbar.
Netzwerk Vorarlberger holzbau_kunst – wie sehen es die Mitglieder?
85% der Mitgliedsbetriebe sehen für Ihren Betrieb einen Nutzen
Die Auftragslage im in-und Ausland konnte in den 10 Jahren massiv gestärkt werden.
Der Zimmermeister wurde - auch durch den scharfen internen Wettbewerb - zum Holzbaumeister.
Das Image der Vorarlberger Holzbaubetriebe ist landesweit und international hervorragend.
Markteinschätzung
Das ökologische Bewusstsein generell - und weniger die
Klimadiskussion - hat starken Einfluss auf die Auswahl der
verschiedenen Baustoffe. So sind sich Holzbauer und Architekten einig,
dass der Einsatz von Holz noch weiter steigen wird. Selbes gilt für
Lehm und Glas.
Während im Neubaubereich das Bauvolumen als
voraussichtlich gleichbleibend eingeschätzt wird, sehen rund 80% der
befragten Holzbauunternehmer und Architekten stark steigende
Möglichkeiten bei Altbausanierungen und Bestandserweiterungen.
Hinsichtlich
der verschiedenen Hausbaustandards ist zu bemerken, dass dem Passivhaus
mit Abstand die größten Chancen gegeben werden, da bei diesem Haustyp
auf lange Sicht das Kosten-Nutzen-Verhältnis am besten zu sein scheint.
Hier hat der Holzbau in den Augen der befragten Experten (Architekten,
Planer, Bautechniker) aufgrund der Holzeigenschaften einen klaren
Vorsprung vor anderen Materialien.
Innovationen/Trends
Im EF-Hausbau werden keine eindeutig dominanten Trends erwartet, sowohl von Holzbauunternehmern, als auch von Architekten – die vorhandene Vielfalt wird genützt.
Sehr wohl ist aber feststellbar, dass Mehrwohnungsbau bzw. kompakteres, dichteres Bauen in Holz in Zukunft einen noch höheren Stellenwert erhalten werden.
Ebenso wird der Kostenfaktor beim Bauen eine größere Bedeutung erlangen.
Nicht zu vernachlässigen sind auch die soziologischen Aspekte, wie modulares und hochflexibles Bauen, bei welchem das Haus den jeweiligen Lebensumständen angepasst werden kann. Hinsichtlich der Konstruktionsprinzipien sind vestärkte Erwartungen in Richtung Massivholzbau und Ständerkonstruktionen feststellbar.
Auffallend ist der offenbar klare und starke Glaube an die Innovationsfähigkeit, an Chancen und neue Entwicklungen im Holzbau, auch wenn die Aussagen noch sehr unbestimmt sind.
Das Fehlen eindeutiger Trends kann auch als Trend interpretiert werden. Die vorhandene bunte Vielfalt in der praktischen Anwendung des innovativen Holzbaus bietet richtig angewandt und vermarktet eine einmalige Chance in der Erfüllung von Kundenwünschen. Dadurch könnte ein ausbaubarer Wettbewerbsvorteil für das Holz und den Holzbau entstehen. Die aktuelle Klimadiskussion wird von den Holzbauern als einmalige Chance gesehen, den Holzbau noch stärker zu positionieren.
Auffallend hoch ist sowohl bei den Holzbauern als auch bei den Architekten die Bereitschaft zu Kooperationen und gemeinsamen Projekten verschiedenster Art. Hier muss besonders erwähnt werden, dass sowohl Kooperationen innerhalb der Branche als auch branchenübergreifend von mehr als der Hälfte der Befragten als sehr sinnvoll erachtet werden.
Dasselbe gilt für permanente Arbeitsgemeinschaften: als mögliche Kooperationsfelder wurden u.a. Marketing, gemeinsame Auftragsabwicklung, Mitarbeitertausch genannt.
Ca.75% der befragten Holzbaubetriebe geben dem heimischen Holz mittlere bis gute Chancen. Verbesserungswünsche richten sich an die Sägereien und die Forste (div. Aussagen wie heim. Holz besser bewerben, qualitätsverbessernde/-sichernde Massnahmen, zeitl.Auftragsabwicklung, Verfügfbarkeit, Logistik etc.)
2.5.07 Dr. Matthias Ammann