Holz und Energie 05-07
Holz und Energie aus Sicht der Vorarlbeger Unternehmen (de) Ergebnis einer Markt-Studie aus Vorarlberg
Der Holzbau und Energie, Innovationen und Trends aus Sicht der Vorarlberger Holzbauunternehmen
Im
Rahmen des INTERREG-Projektes NENA wurde eine Marktstudie durchgeführt.
Bei dieser Arbeit wurden Experten um ihre Meinung zu Trends im Bereich
Holzanwendung und Energie befragt. Laut der Zusammenfassung durch die
Fa. TRICON sind:
Im Hausbau keine eindeutig dominanten Trends zu erkennen, sowohl von Holzbauunternehmern, als auch von Architekten.
Sehr
wohl ist aber feststellbar, dass Mehrwohnungsbau bzw. kompakteres,
dichteres Bauen in Zukunft einen noch höheren Stellenwert erhalten
werden. Ebenso wird der Kostenfaktor beim Bauen eine größere Bedeutung
erlangen. Nicht zu vernachlässigen sind auch die soziologischen
Aspekte, wie modulares und hochflexibles Bauen, bei welchem das Haus
den jeweiligen Lebensumständen angepasst werden kann. Singl, Familie,
Alterswohnung, Betreutes Wohnen usw.
Energietechnische Trends:
Im
Bereich der konstruktiven Maßnahmen sind keine großen Entwicklungen zu
erwarten. Hingegen wird im Bereich der Wärmepumpen eine starke, bzw.
sehr starke Entwicklung gesehen. Das Passivhaus – auch bei großen
Gebäudevolumen – ist auf dem Vormarsch.
Hinsichtlich der
Konstruktionsprinzipien sind verstärkte Erwartungen in Richtung
Massivholzbau und Ständerkonstruktionen feststellbar.
Auffallend ist
der offenbar klare Glaube an die Innovationsfähigkeit, an Chancen und
neue Entwicklungen im Holzbau, auch wenn die Aussagen z.T. nur sehr
diffus bzw. nur Einzelaussagen sind.
Nicht einschätzbar ist
natürlich ein mögliches verständliches Verhalten des einzelnen
Befragten, eventuelle frische Ideen erst gar nicht in der Befragung zu
nennen.
Das Fehlen eindeutiger Trends kann auch als Trend
interpretiert werden. Die vorhandene bunte Vielfalt in der praktischen
Anwendung des innovativen Holzbaus bietet, richtig angewandt und
vermarktet, eine einmalige Chance in der Erfüllung von Kundenwünschen.
Dadurch könnte ein ausbaubarer Wettbewerbsvorteil für das Holz und den
Holzbau entstehen. Die aktuelle Klimadiskussion wird von den Holzbauern
als einmalige Chance gesehen, den Holzbau noch stärker zu positionieren.
Auffallend
hoch ist sowohl bei den Holzbauern als auch bei den Architekten die
Bereitschaft zu Kooperationen und gemeinsamen Projekten verschiedenster
Art. Hier muss besonders erwähnt werden, dass sowohl Kooperationen
innerhalb der Branche als auch branchenübergreifend von mehr als der
Hälfte der Befragten als sehr sinnvoll erachtet werden.
Anforderungen an eine Arbeitsgemeinschaften:
als mögliche Kooperationsfelder wurden u.a. Marketing, gemeinsame Auftragsabwicklung, Mitarbeitertausch genannt.
Ca.75% der befragten Holzbaubetriebe geben dem heimischen Holz mittlere bis gute Chancen. Verbesserungswünsche richten sich an die Sägereien und die Forste (div. Aussagen wie heim. Holz besser bewerben, Qualitätsverbessernde/-sichernde Maßnahmen, zeitl. Auftragsabwicklung etc.)
Der Verstärkte Einsatz von Heimischen Holz bedingt die Sicherung der Lieferbereitschaft aus dem heimischen Rohstoff. Zu diesem Zweck müssen Bearbeitungsstufen in der der Kette der Holzverarbeitung ausgebaut werden. Derzeit müssen die Holzverarbeitenden Betriebe über 60 % des zu verarbeitenden Holzes aus dem Ausland beziehen. Die Gründe dafür sind: fehlende Lieferbereitschaft für Fertiglängen, Konstruktionsholz direkt auf die Baustelle. Derzeit wird an Konzepten gearbeitet diese Fertigungslücke in den kommenden Jahren zu schließen.